Schon der erste Teil konnte 2017 fast überall überzeugen. Im März 2020 erschien nun Nioh 2 und soll noch weiter verfeinert worden sein und mit noch mehr Stärken überzeugen. Konnte Team Ninja dieses Versprechen erfüllen und hat ein noch besseres Spiel abgeliefert? Wir haben es getestet und sagen euch unsere Meinung!

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Samurai trifft Yokai

Nioh 2 ist ein Prequel vom ersten Teil und spielt somit vor Nioh 1. Es spielt im Japan der Sengoku-Zeit, welches jedoch von den Yokai heimgesucht wird. Diese Yokai sind gefährliche Dämonen (Ursprünglich aus dem japanischen Volksglauben). Die Spielfigur, welche man selbst gestalten kann (welche aber danach auch stumm bleibt) ist halb-Yokai und soll nun Recht und Ordnung ins Chaos bringen. 

Wenn man ehrlich ist, dann gibt es die Story zwar, aber Nioh 2 glänzt ganz klar mit dem grandiosen Gameplay. Wirklich spannend ist die Story nicht und auch wenn die Cutscenes ziemlich gut gestaltet sind, machen sie nicht unbedingt Lust auf mehr…

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Nioh 2: Das schwerste Souls-like Game dieser Generation?

Nioh 2 ist ein klassisches Souls-like Action RPG. Es ist sehr wichtig die Schwächen der Gegner und besonders der Bosse zu studieren, sodass man genau weiß, wie man sich bei welchem Gegner verhalten muss. Schnell kann es passieren, dass auch ein kleiner Gegner einen mit zwei Hits niedermetzelt. Das gewonnene Amrita, womit man aufleveln kann. Bleibt dann in einem Grab an am Todesort zurück und wartet darauf wieder eingesammelt zu werden. Auch eingesammelte Seelensteine bleiben dort. Schafft man es nicht bis zum Grab und stirbt vorher wieder, so verschwindet auch das Grab mitsamt dem Amrita und sonstigen Gegenständen.

Da kommt RPG Feeling auf

Den Spieler an sich kann man sehr stark personalisieren. Nicht nur das Geschlecht und Aussehen bestimmt man selbst, sondern auch die späteren Fähigkeiten lassen sich individuell auf den eigenen Spielstil anpassen. So gibt es einen ziemlich großen Fähigkeitsbaum, der sich nochmal in viele kleine „Äste“ aufteilt und die verschiedenen Waffen und Angriffe darstellt.

Neben der normalen Gestalt ist unser Hidyy ein Halb-Yokai und kann sich nach Aufladen dieser Fähigkeit auch in einen verwandeln. Dabei kann man seinen Schutzgeist selbst auswählen, wodurch sich die Gestalt und Art des Angriffs ändert. Nach kurzer Zeit ist dieser „Rausch“ wieder vorbei und man kämpft als Samurai weiter. Zusätzlich kann man durch aufgesammelte Seelensteine Yokai-Angriffe lernen. Diese müssen sich ebenfalls aufladen und bringen dann magische Angriffe in die normale Welt. So kann man z.B. eine Schlange heraufbeschwören, zu einem Oger werden oder atemberaubende Luftangriffe durchführen. Das sieht nicht nur sehr cool aus, sondern ist je nach Angriff auch extrem effektiv!

Wie im Waffenladen!

Bei den Waffen wird grundsätzlich zwischen Nah- und Fernkampfwaffen unterschieden. Besonders bei den Nahkampfwaffen gibt es eine echt große Auswahl. Es gibt Katanas, Speere, Äxte, Odachis und viele mehr! Das Coole dabei ist, dass die Waffen sich zum Teil auch komplett anders spielen. Es gibt schwere Waffen, welche pro Schlag langsamer sind und mehr KI verbrauchen, aber eben auch schnelle, flinke Waffen, die zwar weniger Schaden pro Schlag verteilen, aber mit denen man sich deutlich besser bewegen kann.

Was kann die Spielwelt?

Die Spielwelt vom ersten Teil war recht eintönig und man hat oft dasselbe gesehen. Leider hat auch Nioh 2 in diesem Zusammenhang eine kleine Schwäche. Und zwar eine Schwäche für Dörfer. Man rennt gefühlt in jeder Mission durch ein anderes Dorf und trifft danach auf etwas größere Gebiete, die jedoch nicht an die Architektur eines Dark Souls herankommen. Immerhin bieten die Gebiete nach den Dörfern mehr Abwechslung und sehen dabei auch noch fantastisch aus.

Bei den Gegnern gestaltet sich das Ganze besser, da man zwar immer noch oft auf die gleichen Gegner stößt, jedoch werden in jedem Level immer neue Gegner eingeführt. Da wir die Bosse nicht spoilern möchten, sagen wir dazu, dass diese wirklich eine Klasse für sich sind!

Wie schwierig ist es nun?

Nioh 2 hat schon Schlagzeilen gemacht, dass es eines der härtesten Spiele dieser Generation ist. Im Solomodus kann man das schon bestätigen. Besonders ab Level 2 sind schon einfache Gegner eine Bedrohung und Bosse können gerne mal zwei Stunden Vorbereitungszeit brauchen. Online sieht das Ganze etwas aus. Mit Kumpanen ist es auch möglich einen Boss innerhalb weniger Minuten niederzustrecken, und das ohne jegliche Vorbereitungszeit!

Nioh 2 macht zusammen mehr Spaß (und ist leichter)

Auch online kann man Nioh 2 erleben. Dabei gibt es zwei Arten zu Spielen. Zum einen kann man bis zu zwei fremde Spieler oder auch Freunde in sein Spiel holen, indem man Ochoko-Becher beim Altar opfert. Zusätzlich kann man jedoch auch „passive“ Spieler im Spiel aufwecken, welches eines der neuen Features in Nioh 2 ist. Dabei sieht man blaue Gräber, wo man dann Ochoko-Becher ausgeben kann, damit eine KI-Version des Spielers beim Kämpfen hilft! Dies geht auch in die andere Richtung, sodass man gefallene Spieler besiegt um unter anderem Ochoko-Becher zu bekommen. Eine andere Möglichkeit an die Becher zu kommen ist beim Kodama-Basar. Dort kann man mit göttlichem Reis Becher oder z.B. auch Pfeile kaufen.

Natürlich geht der ganze Spaß auch andersherum. Man kann in der Regionsübersicht entweder auf Expedition gehen, wo man eine Mission auswählt und dann aufbricht, oder man tritt zufällig anderen Spielern bei, die gerade nach Mitspielern suchen.

Insgesamt funktioniert der Online Modus tadellos. Verbindungsabbrüche oder sonstiges gab es im Test überhaupt nicht. Einzig die Wartezeit auf andere Spieler war zum Teil sehr lang (über 20 Minuten).

Nioh 2: Technik so schrecklich wie die Yokai?

Technisch ist Nioh 2 ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite sehen die Effekte und der allgemeine Art Style echt richtig gut aus, aber auf der anderen Seite sieht das Game insgesamt doch etwas altbacken aus. Abseits davon läuft das Spiel aber nahezu perfekt auf der PS4 Pro. Es gibt drei Modi zur Auswahl (Action, Film und Video), welche je nachdem mehr Wert auf Auflösung oder Framerate legen. Persönlich habe ich fast ausschließlich im Action Modus gespielt, da es bei dieser Art von Games ziemlich wichtig ist eine hohe und stabile Framerate zu haben! Aber als Entwarnung kann man sagen, dass auch die anderen Modi das halten, was sie versprechen und Nioh 2 in jedem Modus perfekt spielbar ist!

Was einem auch positiv auffällt, sind die sehr wenigen Bugs und die extrem kurzen Ladezeiten nach einem Tod.

Insgesamt ist die Technik sehr gut gelungen, wobei leider die allgemeine Grafik etwas altbacken aussieht! 

Nioh 2 baut auf den Stärken des ersten Teils auf und strahlt wieder mit einem grandiosen Kampfsystem und einer Vielzahl von Waffen! Der Umfang ist wirklich krass! Nioh 2 kann gut und gerne mal 60-100 Stunden in Anspruch nehmen. Es gibt zu den Hauptmissionen noch etliche Nebenmissionen, welche natürlich auch erkundet werden möchten. 
Darüber hinaus wird eine richtig dichte und coole Atmosphäre übermittelt. Dem Schwierigkeitsgrad geschuldet, sollte aber nicht jeder Fan von japanischen Settings oder Actions RPGs Nioh 2 kaufen. Leute, die es nicht mögen eventuell stundenlang an einem Boss zu sitzen, da man immer wieder stirbt, sollten einen großen Bogen um das Game machen. Leute, die schon den ersten Teil mochten oder auch andere Souls-like Games spielen, sollten sich definitiv auch Nioh 2 anschauen! 


Entwickler: Koei Tecmo Games – Genre: Action RPG – Getestet auf: PS4 Pro – Release: 13.03.2020 – Mikrotransaktionen: nein


Vielen Dank an Sony für die Bereitstellung eines Review-Keys!

Titelbild-Nioh 2
Nioh 2
Besucherbewertung4 Votes90
PRO
Großer Umfang
Umfangreicher Charakter Editor
Grandioses Kampfsystem
Tolle Bosse
Online-Komponenten funktionieren perfekt
KONTRA
Spielwelt zum Teil etwas eintönig
88
FAZIT
Fans von Nioh und Souls-like Games definitiv zu empfehlen!

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