Die Sniper Ghost Warrior Serie ist wohl eine Sache für sich. Obwohl Teil 1 und 2 allgemein nicht wirklich gut ankamen, finden die Spiele doch immer ihre Käufer und so gibt es nun auch einen dritten Teil. die Spiele vorher wurden immer für ihre Mittelmäßigkeit kritisiert.
Sniper Ghost Warrior 3 möchte vieles anders machen und setzt z.B. auf eine offenere Welt und auch Dinge, wie Crafting. Kann das gelingen?
 
Story
 
Man spielt Johnathan North, ein amerikanischer Scharfschütze, abgesetzt im nördlichen Georgien. Auch sein Bruder soll sich irgendwo dort aufhalten. Nachdem die beiden Brüder vorher getrennt wurden, möchte Jonathan nun seinen Bruder finden und erlebt eine Geschichte von Bruderschaft, Vertrauen und Verrat.
 
Gameplay
 
Sniper Ghost Warrior 3 ist ein First Person-Shooter mit dem Schwerpunkt auf das Schießen mit den Schrafschützengewehr. Daneben gibt es aber noch andere Elemente, wie das einfache Erkunden oder auch das Schießen mit anderen Waffen. 
Das Schießen ist auch sehr gut umgesetzt. Man kann beim Anvisieren von Feinden nicht nur die Zoomstufe des Visiers einstellen, sondern auch die Entfernung zum Ziel, sodass man nicht mehr über dem Ziel anvisieren muss. Zusätzlich gibt es dann noch die obligatorische Killcam, wo die Kugel in Zeitlupe in den Gegner einschlägt. 
Bei den Waffen gibt es insgesamt ca. 38 verschiedene Modelle in den Kategorien Primärwaffen (Scharfschützengewehre), Sekundärwaffen (Sturmgewehre) und Nebenwaffen (Pistolen). 
Auch gibt es ein Skillsystem. Dieses ist in drei „Zweige“ aufgeteilt. Sniper, Ghost und Warrior gibt es passend zum Namen. Punkte verdient man sich durch entsprechende Taten im Spiel. Stealth Kills bringen Fortschritt bei Ghost, normale Eliminierungen bei Warrior und Kills mit dem Scharfschützengewehr bei Sniper.
An Aufgaben erwarten einen klassische Missionen, wie „gehe dahin, aktiviere das und entferne dich dann vom Einsatzort“ oder „Töte die Person, verhindere das und entferne dich vom Zielort“. Auch gibt es so genannte Interessenpunkte. Dort muss man Gegner erledigen und danach Zivilisten befreien. Auch gibt es eine Liste mit den meistgesuchten Personen. Dort muss man diese Person eliminieren und bekommt dann eine gewisse Belohnung. Abseits davon gibt es in den verschiedenen Gebieten auch Stützpunkte zum Erobern und viele Sammelgegenstände.
Insgesamt fühlt sich das Gameplay ok an. Das Snipen ist wirklich gut umgesetzt und auch Waffen, wie die Aka 47 (heißt im Spiel wirklich so) fühlen sich kraftvoll an. Leider ist die Steuerung immer etwas schwammig. Vielleicht kommt das auch dadurch zustande, dass allgemein die Empfindlichkeit der Sticks extrem niedrig ist, auch wenn man diese auf das Maximum stellt.
 
Technik
 
Sniper Ghost Warrior 3 läuft mit der Cry Engine und verspricht eine tolle Optik. Tatsächlich sieht das Spiel an vielen Stellen wirklich sehr gut aus. Dies wird durch die tollen und vielen Lichteffekte in der Welt erzeugt. An anderen Stellen trifft man auf verwaschene Texturen und einfach eine altbackene Optik. Zusätzlich sind die Cutscenes anscheinend niedrig aufgelöst und sehen sehr unscharf aus. Dazu erkennt man sehr deutlich Kompressionsartefakte und die Details an Menschen und anderen Objekten fehlt einfach. Im richtigen Spiel sehen die Personen dann zwar scharf aus, jedoch fehlen auch dort viele Details, um mit anderen Spielen mithalten zu können.
Ein weiterer Punkt ist die Framerate. Diese ist oft niedrig, was mir besonders beim Fliegen mit der Drohne aufgefallen ist. Spielt man mit der Sniper oder den anderen Waffen hält es sich noch in Grenzen und ist noch relativ gut spielbar. Dazu kommt, oft beim Fahren, dass das Spiel einfach für ein paar Sekunden stehenbleibt und dann weiterläuft. Dies stört einfach den Spielfluss und ist eine Sache, die man unbedingt noch in den Griff bekommen muss. Eine weitere Sache, die man in den Griff bekommen sollte, sind die Ladezeiten. Einmal im Spiel sieht man davon nicht mehr viel. Stirbt man während einer Mission sind die Ladezeiten noch vertretbar und fallen nicht negativ auf. Doch bis man mal im Spiel ist vergehen gut und gerne fünf Minuten. Es ist allgemein ein schlechtes Zeichen, wenn sich die Menümusik während des Ladebildschirms wiederholt, da sogar die Wartezeit länger ist als der Song. 
Der Sound hingegen ist eigentlich durchgehend solide und fällt nicht negativ auf. Was jedoch negativ auffällt ist die Synchronisation, die sich oft sehr emotionslos und langweilig anhört.
Vielleicht bekommt es City Interactive mit Patches noch hin, die Framerate zu verbessern und die Ladezeiten zu verkürzen. Ansonsten ist die Technik doch eher sehr durchwachsen.
 
Fazit
 
Sniper Ghost Warrior 3 hatte so viel Potenzial, welches komplett verschenkt wird. Es erinnert ein wenig an Homefront. Auch das sah vorher sehr gut aus. am Ende kam jedoch ein sehr gewöhnliches Spiel mit vielen technischen Macken heraus.
Angefangen mit der Story, die einfach sehr lieblos und langweilig präsentiert wird, dem absolut gewöhnlichen Gameplay und nicht zuletzt der sehr durchwachsenen Technik. Die Story könnte wirklich interessant sein, lässt den Spieler jedoch kalt. 
Das Gameplay hat viele Stärken, wie das eigentliche Snipen oder wenn man gut bewachte Anlagen infiltriert und diese dann ohne Alarm einnimmt. Abseits davon gibt es aber nichts Innovatives oder Bestandteile, die man nicht schon woanders gesehen hat. Da hilft auch nicht die offene Spielwelt, welche sich oft sehr leer anfühlt.
Über die Technik kann man nun keine Worte mehr verlieren. Diese ist zum Teil eigentlich nicht akzeptabel. Natürlich sieht es zum Teil wirklich gut aus, jedoch wird das alles durch die Framerate und die wirklich groben Cutscenes wieder kaputt gemacht.
Vielleicht klappt es bei einem möglichen vierten Teil, doch bei Sniper Ghost Warrior 3 sollte man eventuell überlegen, ob das Geld nicht eher bei der Konkurrenz (Sniper Elite 4) aufgehoben ist. Am Ende bleibt Sniper Ghost Warrior ein schrecklich normales Spiel mit einer sehr durchwachsenen Technik.

Tim
PlaysiLounge
 

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