Im Oktober 2011 erschien RAGE. Nach nicht ganz so großem Erfolg und viel Kritik wurde es erstmal still um das Franchise. 2018 wurde relativ überraschend ein neuer Teil angekündigt. ID Software möchte zusammen mit den Männern und Frauen von den Avalanche Studios mit RAGE 2 überzeugen. Haben sie das geschafft oder sollte man bei RAGE 2 lieber RAGE-quitten?

Eine platte und kurze Story

Direkt vorweg muss man sagen, dass die Entwickler bereits im Vorfeld gesagt haben, dass der Fokus nicht auf der Story lag. Was daraus im Endeffekt geworden ist, war aber doch etwas erschreckend.

Man spielt Walker, ein Waldläufer, der in einer Welt voller Mutanten überleben muss. Durch einen Asteroiden getroffen, bleibt nur eine Einöde zurück und eine Gruppe namens Authority erklärt sich zur neuen Militärmacht. Die Aufgabe Walkers ist es nun mit seinem Ranger-Anzug diese Macht zu stürzen.

Klingt generisch? Ist es auch. Klingt schnell erledigt? Ist es auch…

Die Story ist locker in fünf bis sechs Stunden zu schaffen und das, obwohl man sogar Nebenaufgaben erledigt… Zu keiner Zeit ist sie wirklich fesselnd und motiviert auch nicht wirklich zum Weiterspielen. Was hingegen ungemein motiviert ist das Gameplay.

DOOM + Mad Max = RAGE 2

RAGE 2 besteht quasi aus zwei Kernkomponenten. Zum einen kann man in DOOM-Manier durch die offene Spielwelt kämpfen und zum anderen kann man wie in Mad Max spektakuläre Kämpfe mit dem Auto austragen.

Der Kampf per Schusswaffen ist wirklich sehr von DOOM inspiriert, was jedoch eine sehr positive Sache ist. So fühlt sich das Movement sehr schnell und flink an. Zusätzlich spielen sich die Waffen sehr angenehm und jeder Kill befriedigt ein wenig mehr. 

Als Waffen gibt es ein normales Sturmgewehr, Pistolen, eine Schrotflinte, Raketenwerfer und noch mehr verrückte Waffen. Jede Waffe lässt sich upgraden, sodass diese mit weiterer Spielzeit deutlich stärker werden können. 

Zusätzlich zu den Waffen gibt es auch besondere Fähigkeiten, die Kämpfe spannender machen sollen. Im Grunde soll man in RAGE 2 der stärkste Mensch der Welt sein und genau dabei helfen die Fähigkeiten. Neben Doppelsprüngen und Dashs kann man nämlich auch Gegner per Slam wegklatschen oder eine kinetische Druckwelle mit der „Zerschmettern“-Fähigkeit erzeugen. Auch der Wingstick gehört dazu und kann sogar aufgerüstet werden, sodass sogar ein lapidarer Stick zu einer mächtigen Waffe werden kann. Wie man diese Fähigkeiten erlangt und diese auch aufrüstet, klären wir später.

Bei den Fahrzeugen verhält sich alles ein wenig anders. Kommt man mal von der Straße ab, ist die Steuerung sehr komisch und frustrierend. Auf den Straßen hingegen kann man schön fahren oder auch Gegner überrollen. 

Das Standardfahrzeug ist der Phoenix, welcher sich auch aufrüsten lässt. Es gibt zahlreiche Waffen, welche man auch während der Fahrt per Auswahlrad wechseln kann. Andere Fahrzeuge, die man mit der Zeit freischaltet oder die man auf der Straße findet, kann man hingegen nur optisch verändern.

Die Entwickler empfehlen ausdrücklich, dass man sogenannte Archen aufsucht. Durch diese Archen bekommt man zum einen neue Waffen, aber eben auch die Fähigkeiten. Bei jeder Arche gilt es vorher Gegner zu erledigen und Feltrit zu sammeln. Damit kann man dann auch Fähigkeiten aufrüsten oder neue freischalten, sollte sich der Questgeber erbarmt haben und sein Repertoire geöffnet haben.

Missionen laufen meist so ab, dass man Informationen zu einem Ziel suchen muss oder Gebiete freikämpfen soll. Dies ist insgesamt auch echt spaßig, da das Gunplay mit den Fähigkeiten echt enorm viel Spaß macht und erstmal nicht langweilig wird. Abseits der Missionen ist die Einöde aber in der Tat echt öde. Es gibt nicht allzu viel zu entdecken außer den Archen oder Gegnerstätten. Ab und zu findet man Gegner, die bereit sind ein Rennen zu fahren, einen Konvoi, den man in Mad Max-Manier bekämpft oder auch Wachtürme der Obrigkeit.

Insgesamt ist das Gameplay mit Abstand das beste an RAGE 2. Es macht besonders mit den tollen Waffen spaß und auch das Fahren ist eine tolle Abwechslung.

Auch ein Ödland kann strahlen

RAGE 2 ist zwar keine Augenweide, wie ein Days Gone oder God of War, aber die Spielwelt und Charaktere sehen durchaus sehr gut aus. Was beim optischen Aspekt aber alles in den Schatten stellt ist der Artstyle. Diese pinken Akzente überall in der Spielwelt (sogar die Sonne hat einen pinken Schimmer) sind einfach mal etwas anderes und werden auch nicht langweilig oder öde.

Bei den krass farbigen Akzenten ist es etwas schade, dass kein HDR geboten wird. Auch auf 4K muss man verzichten, was jedoch eine Begründung hat. Das schnelle Gunplay soll nicht unter der Performance leiden, weshalb man konstante 60FPS bei 1080p geboten bekommt. Der Soundtrack ist leider etwas zu sehr im Hintergrund, sodass man diesen nicht wirklich mitbekommt. Ansonsten ist der Sound und auch die deutsche Synchronisation gut gelungen.

RAGE 2 ist nichts für Storyliebhaber. Für waschechte Shooterfreunde hingegen dürfte hier ein Herz aufgehen. Das Gunplay ist dermaßen gelungen, dass man etwas über die extrem schwache Story hinwegsehen kann. Trotzdem bietet die Spielwelt nicht genug um für viele Stunden zu unterhalten. Bethesda hat zwar schon weitere Inhalte angekündigt, aber das Grundspiel ist einfach zu groß für den Inhalt. Die Spielwelt ist schlicht zu öde. Einen wirklichen Wiederspielwert gibt es ohnehin nicht, da man diese Story kein zweites Mal erleben möchte und Stealth zum Beispiel auch keine Alternative ist. RAGE 2 macht beim Spielen zwar echt viel Spaß, aber dieser Spaß bleibt halt nicht lange…

Vielen Dank an Bethesda für das Rezensionsmuster!

RAGE 2
Besucherbewertung0 Votes0
PRO
Perfektes Gunplay
Cooles Design
KONTRA
Sehr schwache Story
Etwas wenig Inhalt
77
FAZIT
Leider wird RAGE 2 auf lange Sicht zu eintönig und bietet einfach zu wenig Inhalt. Dies ist besonders schade, weil das Gunplay dermaßen gelungen ist und eigentlich auch Lust auf Mehr macht...

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