Metal Gear Survive hat eine eher holprige Vergangenheit. Nachdem Hideo Kojima Konami verlies, haben viele die Metal Gear-Reihe abgeschrieben. Konami hat trotzdem an einem Metal Gear-Ableger gearbeitet und wollte beweisen, dass es auch ohne Kojima geht. Funktioniert das? Fühlt es sich an wie ein Metal Gear oder ist es eher ein generisches Survival Spiel?

Ein alternatives Universum

Metal Gear Survive spielt in einem alternativen Universum nach der Evakuierung der Mother Base.  Nachdem sich ein Wurmloch aufgetan hat, wurde man in eine alternative Welt auf Dite transportiert. Dort muss man nun versuchen wieder einen Weg zu finden, um wieder in die normale Welt zu gelangen. Die Geschichte haut sicherlich niemanden vom Hocker, bietet jedoch eine Grundlage um die Geschehnisse überhaupt zu verstehen.

Survival wohin man sieht

Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um ein Survival Spiel. So beinhaltet es natürlich auch die typischen Mechaniken, jedoch gepaart mit klassischen Metal Gear Elementen.
Das Gameplay ist quasi in drei Elemente unterteilt.

Kampf

Zum einen gibt es den Kampf. Hier kann man, wie in den Metal Gear Solid Spielen, entscheiden, ob man lieber leise vorgehen möchte oder doch eher einen auf Rambo macht. Mit den Stealth-Elementen verhält es sich ziemlich genau wie in den „alten“ Spielen. Der restliche Kampf ist besonders am Anfang des Spiels eher auf Nahkampfwaffen fokussiert. Später gibt es natürlich auch Schusswaffen. An sich ist das Kämpfen ziemlich genau wie in anderen Spielen, jedoch sind die Hitzones hier wirklich sehr gut platziert, sodass es einen deutlichen Unterschied macht, ob man mit einer Stange in den Bauch, die Beine oder in den Kopf sticht.

Crafting

Das zweite Element ist das Crafting. Hier sind einmal einfache Gegenstände gemeint, welche man durch Ressourcen von den Missionen bauen kann und zum anderen auch Gebäude. Zu den Gegenständen zählen z.B. Zäune, welche man direkt im Kampf einsetzen kann um Gegner zu blockieren oder aber auch Waffen. So ziemlich alles, was man verbraucht muss man vorher aus Ressourcen herstellen. Dann gibt es noch das Essen und Trinken, welches natürlich auch gecraftet werden muss, was auch direkt an das nächste Element anschließt. Der Survival Aspekt.

Survival

Aufgrund des Genres muss man im Spiel Essen und Trinken. Essen sollte man am Lagerfeuer erst kochen oder braten, da man sonst eine Vergiftung bekomme kann. Auch das Trinken sollte vorher gereinigt werden. Die Ressourcen findet man auch hierfür wieder in der eigentlichen Spielwelt. Eigentlich sind die Survival-Elemente gut ins Spiel integriert, jedoch geht die Statusleiste für Hunger und Energie derart schnell in den Keller, dass man wirklich oft im Menü ist und etwas isst. Zudem schränkt es den eigentlichen Spielfluss doch etwas zu sehr ein.

Charakterfortschritt

Der eigene Spieler, welchen man am Anfang selbst erstellen kann, wird im Laufe des Spiels immer besser. Dies geschieht durch eine Art Kristallenergie, welche man bei toten Gegnern entnehmen kann. Hat man genug Energie gesammelt, kann man das Level des Charakters steigern, wodurch man verschiedene Punkte freischalten und aufrüsten kann. So kann man z.B. das Leben steigern oder auch die Stärke von Waffen beeinflussen.

Missionen

Missionen sind so aufgebaut, dass man meistens Dinge scannen oder abholen muss. Dafür muss man aus der Basis raus in die „Wildnis“ und sich den Gefahren von Dite stellen. Besonders am Anfang scannt man oft Dinge, um mehr über die Spielwelt und die Umstände des Charakters zu erfahren. Eine Besonderheit ist der Staub, welcher sich auf Dite befindet und schädlich bis tödlich für Menschen ist. Um sich darin fortbewegen zu können, muss man eine Sauerstoffmaske haben, welche natürlich auch mit der Zeit an Wirkung verliert, sodass man immer darauf achten muss, dass man noch genug Sauerstoff hat. Natürlich begegnet man auf Missionen auch immer Gegnern, sodass man immer auf der Hut bleiben muss.

Auch mit Freunden muss man überleben!

Man kann sich aussuchen, ob man die Welt alleine unsicher macht oder zusammen mit Freunden. Alleine kann man die Singleplayer-Kampagne abschließen und seine Basis ausbauen. Zusammen jedoch geht man auf Bergungsmissionen. Dabei lässt man einen Bagger graben und beschützt diesen dabei. Währenddessen kommen Wellen von Gegnern. Zwischen den Wellen kann man Ressourcen suchen. Sammelt man mehr und tötet mehr Gegner, so steigt der Rang für die Mission, wodurch man mehr Ressourcen am Ende der Mission als Belohnung erhält. Diese Ressourcen kann man dann in den Singleplayer-Modus transferieren, sodass man dort seine Basis ausbauen kann oder auch allgemein Waffen und Gegenstände herstellen kann.

Insgesamt macht der Koop-Modus Deutlich mehr Spaß, da das Gameplay abwechslungsreicher ist und die Welt dann nicht mehr so leer ist.

Technisch noch Metal Gear?

Metal Gear Solid V hat noch mit einer tollen Grafik beeindruckt. Bei Metal Gear Survive hingegen hat man eher das Gefühl die Zeit ist ein wenig stehen geblieben. Die Grafik ist höchstens in Ordnung, da die Gräser doch ein wenig zu stark „flackern“ und auch sonst viele Gegenstände und die Umgebung etwas wenig Details besitzen. Ansonsten läuft das Spiel flüssig mit 60 FPS und auch der Sound klingt so wie er soll!
Wenn man das Spiel startet dauert es immer etwas länger bis man auf den Servern angemeldet ist, jedoch ist dies sobald man im Spiel ist kein Problem mehr. Technisch wäre hier noch mehr möglich gewesen, sodass man hier „nur“ von einer soliden Umsetzung sprechen kann.


Fazit

Metal Gear Survive kann Spaß machen. Die Betonung liegt auf kann, da es einfach zu viele Dinge gibt, die den Spielspaß zu sehr stören. Man muss viel zu oft essen und trinken und auch die Singleplayer-Kampagne wirkt zu lieblos und leer. Im Koop macht das Spiel schon mehr her und kann für einige Stunden Spaß sorgen. Trotzdem gibt es auch da zu wenig Abwechslung, sodass hier mehr Potenzial besteht, welches jedoch in Zukunft mit Updates und weiteren Spielmodi noch weiter erfüllt werden kann. Auch technisch wäre mehr drin gewesen… So bleibt Metal Gear Survive ein mittelmäßigeres Spiel, welches wohl am Vermächtnis von Kojima scheitert.

Tim
PlaysiLounge

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