Du stehst am Abgrund, die Erde ist am Ende und die Ressourcen sind komplett aufgebraucht. Es bleibt nur die Flucht in die Weiten des Weltalls, um neue Weiden für die Menschheit zu finden. Don’t Nod schickt dich auf eine Mission der ESA zum fernen Planeten Persephone. Als Astronauten-Duo Ariane und Thomas suchst du nach der geheimnisvollen „Quelle“, die seltsame Signale aussendet. Doch der Anflug endet in einer Katastrophe: Dein Schiff wird beschädigt und du wirst auf der brutalen Oberfläche von deinem Partner getrennt. Die Prämisse klingt nach einem emotionalen Sci-Fi-Drama der Extraklasse. Du spürst die Inspiration von Giganten wie Interstellar oder Alien in jeder Pore. Aber leider bröckelt die Fassade schneller als dir lieb ist.

Fragwürdige Mythologie und einsame Monologe
Don’t Nod ist eigentlich für erzählerische Stärke bekannt, doch bei Aphelion wirkt die Geschichte leider nicht solide. Die Mythologie rund um die magnetische Quelle ist einfach nicht gut konstruiert. Du wirst dich oft fragen, warum die Charaktere eigentlich so handeln, wie sie es tun. Die Charakterentwicklung und die Logik der Handlung brechen schnell auseinander. Besonders nervig: Obwohl Ariane und Thomas getrennt sind, plappern sie ununterbrochen vor sich hin. Statt die spannende Idee eines Captain’s Logs konsequent zu nutzen, hörst du meistens nur leeres Geplapper. Thomas kommentiert sogar seinen Sauerstoffverbrauch, was die Ernsthaftigkeit der Situation eher ins Lächerliche zieht. Warum die beiden im Spielverlauf nie miteinander kommunizieren, bleibt ein echtes Rätsel.

Klettern im ewigen Eis von Persephone
Spielerisch erwartet dich ein Mix aus Fortbewegungs-Rätseln, der stark an Uncharted erinnert. Du kletterst mit Ariane über gefrorene Abhänge oder schlägst dich mit Thomas durch alltägliche Hindernisse. Das Klettern als Ariane funktioniert meistens ganz ordentlich, auch wenn es das Rad nicht neu erfindet. Dennoch machen diese Momente durchaus Spaß, weil die Aussicht auf die gefrorene Welt wirklich schön ist. Du startest am Fuße gewaltiger Berge und bezwingst sie Stück für Stück, was extrem befriedigend sein kann. Aber Vorsicht: Die Abschnitte von Thomas als „Ermittlungen“ zu bezeichnen, ist eine echte Übertreibung. Oft fühlt sich das Gameplay nach „schon mal gesehen“ an und lässt die nötige Tiefe vermissen.

Aphelion: Schwere Steuerung und die 30 FPS Hürde
Auf der technischen Seite wird es leider richtig zäh. Obwohl du auf einer PlayStation 5 Pro spielst, läuft das Game nur mit 30 FPS. Dafür gibt es absolut keinen logischen Grund. Das sorgt dafür, dass sich die Steuerung unnötig träge anfühlt. Es wirkt fast so, als würden Ariane und Thomas schwere Sandsäcke hinter sich herschleifen. Hinzu kommt, dass deine Tastendrücke nicht immer sauber registriert werden. Auch die Instant-Death-Stealth-Szenarien mit dem nervigen Antagonisten werden dich schnell frustrieren. Positiv hervorzuheben ist die Musik von Amine Bouhafa. Die Klänge sind elegant und großartig und retten so manchen Moment, wenn die Technik gerade mal wieder patzt. Zusätzlich sieht Aphelion mit seinen 30 FPS ziemlich gut aus. Die Landschaften und auch engen Korridore zeigen sich von bester Seite. Natürlich ist das aber keine Entschuldigung für die Framerate.

Fazit zu Aphelion: Ein Sci-Fi-Abenteuer mit zu vielen Kratzern
Am Ende bleibt ein Spiel übrig, das zwar gute Ansätze hat, aber an seiner eigenen Umsetzung scheitert. Aphelion fühlt sich an wie ein Erlebnis, das nur mit Klebeband zusammengehalten wird. Die unpolierte Oberfläche und die vielen Probleme lassen sich einfach nicht ignorieren. Selbst wenn du das Spiel über den Game Pass „kostenlos“ bekommst, ist eine Empfehlung schwierig. Es ist wirklich schade um das Talent von Don’t Nod, denn unter der Oberfläche steckt irgendwo eine Seele, die Besseres verdient hätte. Aber im aktuellen Zustand lohnt sich der Ausflug nach Persephone leider nicht.
Vielen Dank an die Entwickler für die Zusendung des Reviewcodes.
Links auf dieser Seite können Affiliate-Links sein, mit denen wir eine kleine Provision verdienen. #Werbung
Hier geht es zu unseren Review Guidelines. Hier gibt’s weitere Infos zu Aphelion.

No Comment! Be the first one.