In John Carpenter’s Toxic Commando schließt Du Dich einer Gruppe beinahe wahnsinniger Söldner an, um die Welt vor dem finsteren Sludge-Gott zu retten. In dieser explosiven Mischung aus Ego-Shooter und Offroad-Action kämpfst Du Dich allein oder mit bis zu drei Freunden durch gewaltige Horden von Untoten. Inspiriert vom legendären 80er-Jahre-Kino des “Master of Horror” erwartet Dich ein blutiges Spektakel voller Humor und PS-starker Fahrzeuge. Doch lohnt sich der Kauf dieses Carpenter-Spektakels wirklich? Das klären wir jetzt in diesem Review.

Der Sludge-Gott ruft seine Horden
Die Geschichte führt Dich in eine nahe Zukunft, in der ein ehrgeiziges Projekt mächtig schiefgeht. Das Technologieunternehmen Obsidian wollte unter der Leitung von CEO Leon Dorsey die enorme Energie des Erdkerns anzapfen. Doch statt unendlicher Ressourcen weckte die Bohrung am 29. Oktober 2033 eine uralte, schreckliche Macht: den Sludge-Gott. Diese gewaltige, unterirdische Monstrosität verbreitet ein Chaos, das die Welt an den Abgrund führt. Der Gott besitzt die Fähigkeit, Menschen in willenlose, fleischfressende Hüllen zu verwandeln, die nur noch einem dunklen Willen gehorchen.
Du gehörst zum Toxic Commando, einer Gruppe von Spezialisten, die Leon Dorsey in seiner Verzweiflung angeheuert hat. Dein Auftrag ist simpel, aber lebensgefährlich: Du musst den Sludge-Gott und seine untoten Schergen zurück in die Unterwelt befördern. Die Handlung entfaltet sich über eine durchschnittliche Spielzeit von etwa 10-15 Stunden, in denen Du versuchst, die von Dorsey verursachte Katastrophe rückgängig zu machen. Dabei triffst Du auf eine Welt, in der die Menschen von seltsamen Visionen geplagt wurden, bevor das Grauen endgültig ausbrach.
Was hier erstmal ganz interessant klingt, ist im Endeffekt eine Story voller Klischees und Handlungen, die man schon zig mal in anderen Games oder Filmen gesehen hat. Zwar wird alles ganz gut präsentiert, aber der Wow-Faktor bleibt definitiv aus. Zum Glück liegt die Stärke von Toxic Commando aber in anderen Bereichen.

Toxic Commando: Blei, Matsch und Teamwork
Das Gameplay bildet das Herzstück Deines Überlebenskampfes. Du wählst zunächst eine von vier verschiedenen Klassen, die Deinem bevorzugten Spielstil entspricht. Der Strike fungiert als klassischer Damage Dealer, während der Medic für die Heilung des Teams zuständig ist. Der Operator unterstützt die Gruppe als Ingenieur und der Defender zieht als massiver Tank das Feuer der Gegner auf sich. Jede Klasse bietet Dir über 30 Perks, mit denen Du Deine Fähigkeiten durch das Sammeln von Sludge Seeds stetig verbessern kannst. Dieser leichte RPG Ansatz sorgt dafür, dass Du Dich immer mächtiger fühlst, während Du Dich durch die feindlichen Linien schlägst.
Ein Arsenal, was seinesgleichen sucht
Besonders spannend sind die Mechaniken, die Du so in kaum einem anderen Shooter findest. Du kämpfst nicht nur zu Fuß, sondern nutzt auch eine Vielzahl an PS-starken Fahrzeugen. Der “Sludge Cleaner” dient Dir als defensiver Tank auf Rädern, während die “Banshee” als selbstzerstörerischer Köder fungiert, um die Massen wegzulocken. Du durchquerst unwegsames Gelände und nutzt die individuellen Fähigkeiten Deiner Fahrzeuge, um Ressourcen in schwer erreichbaren Gebieten zu finden. Wenn Du mit bis zu drei Freunden im Koop-Modus spielst, entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Gemeinsam bekämpft ihr Roamer, explosive Nuker oder die gefährlichen Stalker, die euch aus der Ferne unter Druck setzen. Zum Glück funktioniert das Game auch solo ziemlich gut, da die KI-Kumpanen wirklich stark sind, dich wiederbeleben und auch ordentlich Damage austeilen.
Dein Arsenal umfasst dabei alles, was das Action-Herz begehrt. Von präzisen Scharfschützengewehren über Schrotflinten bis hin zu exotischen schweren Waffen wie der Railgun ist alles dabei. Du kannst Deine Waffen im Hub anpassen und aufleveln, um gegen die immer stärker werdenden Mutationen des Sludge-Gottes zu bestehen. Besonders das Trefferfeedback und das Zerlegen der riesigen Horden vermitteln ein befriedigendes Gefühl der Macht. Ob es nun das eigentliche Gunplay, das Fahren mit den Autos oder auch das Progess-System ist, hier schlägt das Herz des Games und zeigt ganz klar die Stärken von Toxic Commando. Auch der DualSense Controller wurde gut mit haptischem Feedback und adaptiven Triggern unterstützt. Weniger gut gelungen ist die Level-Vielfalt. Die Level sind an sich ziemlich gut gestaltet, aber optisch ist jede Mission schon sehr ähnlich zu der vorigen…

Die Technik hinter dem Swarm-Engine-Chaos
Die technische Umsetzung basiert auf der Swarm Engine, die Du vielleicht schon aus anderen Titeln kennst. Diese Technologie ermöglicht es, hunderte von Gegnern gleichzeitig auf dem Bildschirm darzustellen, ohne dass die Framerate sofort in die Knie geht. Auf der PS5 Pro sieht Toxic Commando dabei mittelmäßig bis gut aus. Die Zombies, Waffen, Level und Lichteffekte wissen zu überzeugen, während die Charaktere wirklich detaillos und altbacken aussehen.
Ein besonderes Schmankerl für Fans ist der optionale Cinema Mode. Wenn Du diesen in den Grafikoptionen aktivierst, verleihst Du dem Spiel einen körnigen, filmischen Look, der die Carpenter-Atmosphäre noch weiter verstärkt. Akustisch wird das Ganze durch einen exklusiven Soundtrack untermalt, den John Carpenter höchstpersönlich zusammen mit seinem Sohn Cody Carpenter und Daniel Davies komponiert hat. Das sorgt für Gänsehaut-Momente, während Du tonnenweise Blei verschießt. Trotz dieser Highlights gibt es Schattenseiten: Zum Start gibt es ein paar Bugs, komische Animationen und gelegentliche Frame-Drops.

Fazit: Lohnt sich der giftige Einsatz?
Du erhältst mit John Carpenter’s Toxic Commando einen Shooter, der seine Nische genau kennt und mit Stolz ausfüllt. Es ist kein Spiel für Leute, die eine tiefgründige philosophische Abhandlung über die Menschheit suchen. Stattdessen bekommst Du eine handfeste, blutige und extrem spaßige Hommage an das Action-Kino der 80er Jahre. Die Verbindung aus klassischen Shooter-Tugenden und modernen Fahrzeug-Elementen gibt dem Titel eine eigene Note, die ihn von der Masse abhebt.
Obwohl einige technische Macken zum Start den Eindruck etwas trüben, überwiegt der Spielspaß in der Gruppe. Die Charakter-Progression motiviert langfristig und die verschiedenen Klassen laden zum Experimentieren ein. Wenn Du also Lust hast, Dich mit Deinen Freunden durch endlose Schlamm-Monster zu pflügen und dabei einen fantastischen Synthie-Soundtrack zu genießen, ist dieser Titel genau Dein Ding. Solltest du aber nur alleine sein und deine Freunde haben keine Lust auf Zombiehorden, so kann man Toxic Commando nur bedingt empfehlen, da es so auf Dauer etwas eintönig ist und man eben einfach von Mission zu Mission springt und dabei eben auch alles alleine bewältigen muss.
Vielen Dank an PLAION für die Zusendung des Reviewcodes.
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