Stell dir vor, du betrittst eine Welt, die den Geist eines modernen RPG-Klassikers atmet, aber tief in der düsteren und geschichtsträchtigen Lore von Eora verwurzelt ist. In Avowed schlüpfst du nicht in die Rolle eines gewöhnlichen Abenteurers, sondern bist der Gesandte des Kaisers von Aedyr. Deine Identität ist ein Mysterium, denn als einzigartiger Gottähnlicher trägst du Merkmale, die bisher noch nie dokumentiert wurden. Obsidian Entertainment verzichtet hier auf überladene Mechaniken und setzt stattdessen auf eine Erzählweise, die dich durch Taten statt durch bloße Erklärungen in ihren Bann zieht. Ob sich das Warten auf die PS5-Version gelohnt hat und, ob sich der Kauf ganz allgemein lohnt, erfährst du in diesem Review!

Deine Mission in den Living Lands
Dein Weg führt dich direkt in die Living Lands, ein wildes und bisher ungezähmtes Territorium, in dem das Kaiserreich Aedyr seinen Einfluss sichern will. Deine Hauptaufgabe besteht darin, die Traumgeißel zu untersuchen: eine unheimliche Plage, die den Verstand von Mensch und Tier korrumpiert und sie in blutrünstige Bestien verwandelt. Du startest deine Expedition auf einer abgelegenen Insel, die als Tutorial dient, bevor du das geschäftige Paradis erreichst. In dieser Hafenstadt triffst du auf eine bunte Mischung aus Soldaten, Einheimischen und Kriminellen, die alle auf deine Hilfe als diplomatischer Vertreter angewiesen sind.
Die Welt ist dabei kein endloser Spielplatz, sondern in atmosphärische Zonen unterteilt. Du erkundest dichte Sümpfe, erklimmst Felsvorsprünge und schaltest durch den Fortschritt in der Haupthandlung neue Gebiete frei. Obsidian beweist hier ein außergewöhnliches Gespür für Details: Überall in der Umgebung findest du stumme Zeugen der Vergangenheit. Ob es ein einsames Skelett am Ende einer Höhle ist oder ein verlorener Brief voller letzter Worte an die Liebsten, jede Entdeckung erzählt ihre eigene, oft tragische Geschichte. Sogar die grausamen Auswirkungen der Seuche werden durch Pilzwucherungen an Infizierten visuell drastisch dargestellt.

Avowed: Schwerter, Stäbe und Strategien
Das Kampfsystem bricht mit der taktischen Komplexität früherer Titel und setzt voll auf Direktheit. Du hast die Freiheit, dich in den Kategorien Kämpfer, Waldläufer oder Magier zu spezialisieren. Die Duelle fühlen sich durch das Management von Ausdauer und Essenz sehr lebendig an. Während du mit dem Schild Schläge parierst, verbrauchst du Ausdauer, während deine magischen Fähigkeiten auf deinen Essenz-Vorrat zugreifen. Diese Trennung erlaubt es dir, fließend zwischen physischen Attacken und Zaubern zu wechseln. Mal unter uns: Ich finde, Avowed bietet das aktuell beste Spielgefühl für Magier im First-Person-Genre.
Besonders spannend ist die Wahl deiner Ausrüstung: Du kannst klassisch mit Schwert und Schild in den Nahkampf gehen oder als Magier mit Zauberstab und Foliant aus der Distanz agieren. Deine Begleiter sind dabei weit mehr als nur schmückendes Beiwerk. Sie besitzen eigene Persönlichkeiten, sind hervorragend auf Englisch vertont und unterstützen dich mit individuellen Talenten, die du selbst auf deine Schnelltasten legen kannst. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch die Limitierung auf wenige Hotkeys, was dich bei einer großen Auswahl an Kräften dazu zwingt, das Geschehen für die Auswahl im Kreismenü kurz zu pausieren.
Obwohl die Erkundung durch die fantastische Kulisse motiviert, fällt die Beute oft etwas formelhaft aus. In den meisten Kisten findest du lediglich die übliche Mischung aus Gold, Handwerksmaterialien und einfachen Waffen. Wirklich seltene Schätze sind rar gesät, was besonders Magie-Nutzer manchmal enttäuscht zurücklässt. Dennoch bleibt der Reiz des Entdeckens hoch, da das Levelsystem dich dazu anspornt, deinen Charakter bis zur Höchststufe 20 zu perfektionieren.

Die Pracht von Eora: Optik und Performance
Technisch präsentiert sich das Spiel als visuelles Fest ohne störende Grafikfehler oder nachladende Texturen. Die bizarren Landschaften voller leuchtender Pilze erschaffen eine Stimmung, die dich komplett in die Welt eintauchen lässt. Unterstützt wird dies durch eine erstklassige akustische Untermalung. Die Musik fängt die Atmosphäre der jeweiligen Region perfekt ein und erinnert in ihren besten Momenten an die orchestrale Wucht von Pillars of Eternity.
Technisch überzeugt die PS5-Pro-Fassung von Avowed im Balanced Mode durch eine meist stabile Bildrate und hohe Bildschärfe. Punktueller Punktabzug gibt es für sporadisches Screen Tearing im oberen Drittel. Ernüchternd ist zudem die Implementierung der DualSense-Funktionen: Sowohl die haptischen Trigger als auch die Lichtleiste werden nur rudimentär genutzt, was den immersiven Mehrwert schmälert.

Das bringt der neue PS5-Release mit
Pünktlich zum ersten Geburtstag am 17. Februar 2026 erscheint Avowed auch für die PlayStation 5. Gefeiert wird das Jubiläum mit einem umfangreichen Patch, der zwar keine massiven Story-Erweiterungen bietet, aber das Fundament des Spiels sinnvoll ergänzt. So knnst du dich unter anderem auf einen New Game+ Modus sowie den lang ersehnten Foto-Modus freuen. Zudem wird das Gameplay durch einen neuen Waffentyp (Kampfstäbe) und zusätzliche spielbare Völker (Zwerge, Orlan und Aumaua) deutlich abwechslungsreicher.
Fazit zu Avowed: Ein Pflichttermin für Rollenspiel-Fans
Avowed ist ein Liebesbrief an Fans von gut geschriebenen Rollenspielen. Obsidian konzentriert sich auf seine Kernkompetenzen: Tiefgründiges Worldbuilding und eine Handlung, die dich vor echte moralische Herausforderungen stellt. Das Spiel verzichtet auf unnötigen Ballast und liefert ein fokussiertes Erlebnis, das deine Zeit wertschätzt. Wenn du Lust auf ein Abenteuer hast, das Storytelling über reine Komplexität stellt, dann ist dieser Ausflug in die Living Lands genau das Richtige für dich. Das Warten auf die PS5-Version hat sich also definitiv gelohnt!
Vielen Dank an Faktor 3 für die Zusendung des Reviewcodes.
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