Wenn du an ein typisches Indie-Game denkst, hast du wahrscheinlich Pixel-Look oder ein gemütliches Cozy Game im Kopf. Echoes of the End bricht mit dieser Erwartung. Schon beim ersten Blick könnte man meinen, es handle sich um einen großen Blockbuster. Die Welt sieht detailreich, lebendig und fast schon fotorealistisch aus. Doch hinter der glanzvollen Fassade steckt ein Spiel, das klar aus einem kleinen Studio stammt – und genau das macht es so spannend. Myrkur Games wagt mit seinem Debüt einen mutigen Schritt. Statt Minimalismus setzt das Team auf eine imposante Fantasy-Welt, die dich sofort hineinzieht.

Die große Frage lautet also: Kann das Gameplay mit der starken Optik mithalten? Oder bleibt Echoes of the End am Ende ein Beispiel dafür, dass eine schöne Hülle nicht automatisch ein packendes Abenteuer garantiert?

Echoes of the End Screenshot #1

Die Geschichte von Ryn und ihrem Bruder

Im Mittelpunkt steht die Kriegerin Ryn. Sie lebt in der Welt von Aema, die von gigantischen Hütern beschützt wird. Diese Wesen bestehen nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Kristallen, die mächtige Magie in sich tragen. Nur wenige Menschen können diese Magie selbst nutzen – sie heißen Vestigia. Ryn gehört zu ihnen, doch ihre Fähigkeiten gelten als gefährlich und unberechenbar.

Nach dem Tod ihres Vaters übernimmt sie die Verantwortung für ihren Halbbruder Cor. Lange dauert die Ruhe allerdings nicht. Eine feindliche Nation greift an, zerstört einen Hüter und entführt Cor, um ihn als Navigator in unbekannten Gebieten einzusetzen. Von da an dreht sich alles um Ryns Suche nach ihrem Bruder.

Unterstützt wird sie vom älteren Abram, der sie nach dem Angriff rettet. Gemeinsam reisen die beiden durch Aema, decken Geheimnisse auf und lernen mehr über ihre eigene Vergangenheit. Die Story klingt episch, bleibt in der Umsetzung aber eher zurückhaltend. Viele Szenen wirken wie ein Rahmen, der dich von einem Ort zum nächsten bringt, ohne dass die Spannung dauerhaft hoch bleibt.

Dennoch sorgt die Dynamik zwischen Ryn und Abram immer wieder für interessante Momente. Vor allem in optionalen Gesprächen erfährst du mehr über ihre Persönlichkeit und die Welt. Es ist kein packender Blockbuster-Plot, aber eine solide Basis, die dich motiviert, dranzubleiben.

Echoes of the End Screenshot #2

Rätsel und Kämpfe: dein Alltag in Aema

Das Gameplay teilt sich grob in zwei Bereiche: Rätsel und Kämpfe. Die meiste Zeit verbringst du mit Umgebungsrätseln. Jeder Abschnitt ist schlauchförmig aufgebaut, sodass du dich kaum verlaufen kannst. Stattdessen räumst du Hindernisse aus dem Weg, bewegst Plattformen, öffnest Tore oder springst durch Portale. Manchmal erwarten dich klassische Puzzle-Aufgaben. Diese Mechaniken sind abwechslungsreich genug, damit du nicht sofort die Lust verlierst. Allerdings wiederholen sie sich nach einer Weile spürbar, wodurch das Spiel an Spannung verliert.

Das zweite Standbein sind die Kämpfe. Ryn kombiniert Nahkampfangriffe mit ihrem Schwert und setzt gleichzeitig Magie ein. Besonders ihre Fähigkeit, Gegner umherzuschleudern oder Lebenspunkte abzusaugen, bringt taktische Möglichkeiten. Heiltränke gibt es nicht – nur Aufladestationen und ihre magischen Attacken sorgen dafür, dass du durchhältst. Das macht jeden Kampf gefährlich, weil du auf deine Ressourcen achten musst.

Abram kämpft an deiner Seite. Er lähmt Gegner mit Stasis oder springt selbst ins Gefecht, um dir Luft zu verschaffen. Gerade wenn du von mehreren Feinden gleichzeitig attackiert wirst, ist seine Hilfe Gold wert. Trotzdem fühlt sich das Kampfsystem nicht immer so flüssig an, wie es könnte. Ausweichen, parieren, angreifen – all das funktioniert, aber oft ist man mehr mit Schadensbegrenzung beschäftigt, als dass man den Spielfluss genießen kann.

Immerhin bringt das Skillsystem etwas Tiefe ins Spiel. Es gibt drei Talentbäume für Ryn und einen für Abram. Damit kannst du beide Figuren nach deinen Vorlieben weiterentwickeln. Auch Bosskämpfe fehlen nicht, wobei diese recht simpel gestrickt sind. Manchmal ist das aber sogar angenehm, weil du nicht stundenlang an derselben Stelle festhängst.

Echoes of the End Screenshot #3

Echoes of the End: Ein visuelles Highlight mit technischen Dämpfern

Das größte Verkaufsargument von Echoes of the End ist eindeutig die Optik. Die Welt von Aema sieht fantastisch aus. Weite Landschaften, grüne Wälder, helle Ebenen, düstere Minen und sogar Lava-Gebiete warten auf dich. Alles wurde mit der Unreal Engine 5 umgesetzt, teilweise sogar mithilfe echter Fotodaten. Dadurch wirken die Orte unglaublich realistisch. Immer wieder ertappst du dich dabei, dass du kurz stehenbleibst, nur um die Aussicht zu genießen.

Doch auch hier zeigt sich, dass es eben ein Indie-Game ist. Die Steuerung ist manchmal hakelig, Sprünge oder Klettereinlagen fühlen sich nicht immer präzise an. Auch kleinere Bugs wie ruckelnde Animationen, technische Abstürze oder Gegner, die sich merkwürdig verhalten, tauchen auf.

Trotz dieser Macken bleibt der Eindruck stark. Die isländisch inspirierten Landschaften verleihen dem Spiel eine besondere Atmosphäre. Selbst im Vergleich mit großen Titeln wie Hellblade 2 wirkt Echoes of the End nicht fehl am Platz. Myrkur Games beweist damit, dass auch kleine Studios grafisch Großes leisten können.

Echoes of the End Screenshot #4

Fazit zu Echoes of the End: Starker Start mit Verbesserungsbedarf

Echoes of the End ist ein Spiel, das in zwei Welten lebt. Auf der einen Seite steht die beeindruckende Grafik, die dich sofort begeistert. Auf der anderen Seite gibt es das Gameplay, das zwar unterhält, aber selten überrascht. Rätsel wiederholen sich, Kämpfe sind nicht immer flüssig und die Story bleibt oft im Hintergrund.

Trotzdem solltest du das Spiel nicht unterschätzen. Gerade wenn du ein Abenteuer suchst, das dich visuell mitreißt und für ein paar Abende unterhält, bist du hier richtig. Echoes of the End ist kein perfektes Game, aber ein spannender Beweis dafür, dass Indie-Studios mehr können als Pixel-Look und Cozy-Atmosphäre.

Für Myrkur Games ist es ein solides Debüt. Das Studio zeigt enormes Potenzial und dürfte mit mehr Erfahrung in Zukunft noch deutlich größere Titel entwickeln. Wenn du dich also auf ein Game einlässt, das optisch wie ein Blockbuster wirkt, spielerisch aber noch Luft nach oben hat, dann ist Echoes of the End genau das Richtige für dich.

Echoes of the End

Genre

Action Adventure

Entwickler

Myrkur Games

Publisher

PLAION

Release

12.08.2025

BEWERTUNG
PRO
Beeindruckende Grafik
Spannende Mischung aus Magie und Schwertkampf
Starke Atmosphäre
KONTRA
Story bleibt oberflächlich
Rätselmechaniken wiederholen sich
Kämpfe fühlen sich teilweise hakelig an
7

GUT

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