Assassin’s Creed und Japan – eine Kombination, die sich Fans schon seit Jahren gewünscht haben. Doch als Ghost of Tsushima 2020 erschien, schien Ubisoft diesen Traum verpasst zu haben. Sucker Punch hatte vorgelegt, und viele fragten sich, ob ein Assassin’s Creed im feudalen Japan überhaupt noch relevant wäre. Jetzt, vier Jahre später, ist Assassin’s Creed Shadows da und tritt in große Fußstapfen. Die große Frage: Kann es mit Ghost of Tsushima mithalten, oder fühlt es sich an wie ein Nachzügler, der zu spät zur Party kommt? Ich habe es getestet und sage dir, ob die Mission geglückt ist und ob sich der Kauf lohnt.

Assassin's Creed Shadows Screenshot #1

Zwei Protagonisten, zwei Spielstile, eine gemeinsame Mission

Im Zentrum der Geschichte stehen zwei spielbare Charaktere: Yasuke, ein afrikanischer Samurai, und Naoe, eine Shinobi-Assassinin. Ubisoft setzt hier auf das bewährte Konzept aus Assassin’s Creed Syndicate und gibt dir zwei Helden mit völlig unterschiedlichen Fähigkeiten.

Yasuke ist eine historische Figur, die tatsächlich im 16. Jahrhundert in Japan lebte. Viel ist über ihn nicht bekannt, doch genau das macht ihn als Spielfigur so spannend. In Shadows ist er ein Krieger, der einst für Nobunaga Oda kämpfte und sich nun mit seiner Rolle in einem fremden Land auseinandersetzen muss. Trotz seiner beeindruckenden Kampfkraft fühlt er sich wie ein Außenseiter.

Naoe hingegen ist eine fiktive Figur, aber ein typischer Assassin’s Creed-Charakter. Sie gehört einem Shinobi-Clan an, lebt im Schatten und kämpft gegen die Tyrannen des Landes. Ihr Antrieb ist Rache – und ihre Mittel sind tödlich.

Besonders gut funktioniert die Dynamik zwischen den beiden. Yasuke ist reflektiert und ehrenhaft, während Naoe von Wut und Entschlossenheit getrieben wird. Ihre Dialoge sind ein Highlight, und ihr Zusammenspiel gibt der Geschichte eine emotionale Tiefe, die in den letzten Assassin’s Creed-Teilen oft gefehlt hat.

Assassin's Creed Shadows Screenshot #2

Assassin’s Creed Shadows: Schleichen oder Kämpfen? Du entscheidest!

Das Gameplay bietet eine klare Zweiteilung: Während Yasuke ein brutaler Nahkämpfer ist, setzt Naoe voll auf Stealth. Das Beste daran: Du kannst jederzeit zwischen den beiden wechseln – außerhalb von Missionen sogar frei in der offenen Welt.

Yasuke ist ein Krieger durch und durch. Seine Schläge sind wuchtig, seine Angriffe vernichtend. Er kann mit schweren Waffen umgehen und steckt eine Menge ein. Wer direkte Konfrontationen mag, wird mit ihm eine Menge Spaß haben.

Naoe hingegen verkörpert das klassische Assassin’s Creed-Feeling. Sie ist schnell, lautlos und tödlich. Ihre Parkour-Fähigkeiten sind herausragend, und sie nutzt eine Vielzahl von Shinobi-Werkzeugen, um Feinde lautlos auszuschalten. Sie ist der perfekte Charakter für Spieler, die das Schleichen bevorzugen.

Diese Gegensätze sorgen für Abwechslung. Wenn du stundenlang als Naoe durch die Schatten geschlichen bist, kann ein blutiger Kampf mit Yasuke für einen perfekten Stilbruch sorgen – und umgekehrt. Besonders cool: Bestimmte Missionen lassen dir die Wahl, wie du sie angehst.

Assassin's Creed Shadows Screenshot #3

Japan in seiner ganzen Pracht

Die offene Welt von Assassin’s Creed Shadows ist eine der größten Stärken des Spiels. Ubisoft hat eine wunderschöne Version des feudalen Japans geschaffen, die sich von allen bisherigen Schauplätzen der Reihe abhebt.

Ein besonderes Highlight ist das dynamische Jahreszeiten-System. Während viele Open-World-Spiele nur Wetterwechsel bieten, verändert sich in Shadows das gesamte Landschaftsbild. Im Frühling blühen Kirschbäume, im Sommer brennt die Sonne auf die Reisfelder, im Herbst färben sich die Blätter rot, und im Winter bedeckt Schnee die Straßen. Kyoto, eine der zentralen Städte im Spiel, wirkt je nach Jahreszeit völlig anders.

Leider beeinflussen die Jahreszeiten das Gameplay nur minimal. Dunklere Nächte bieten zwar bessere Tarnung für Stealth-Angriffe, und starker Regen kann die Sicht der Gegner einschränken, doch wirklich tiefgreifende Änderungen gibt es nicht. Hier hätte Ubisoft noch mehr herausholen können.

Auch das Leveldesign unterscheidet sich von früheren Teilen. Die Welt ist nicht einfach eine riesige Fläche mit unzähligen Markern, sondern wirkt natürlicher. Straßen und Wege führen dich organisch durch die Landschaft, und die Erkundung fühlt sich durchdachter an als in Odyssey oder Valhalla.

Assassin's Creed Shadows Screenshot #4

Missionen, Gegner und das Fortschrittssystem

Der Spielverlauf orientiert sich stark an Assassin’s Creed Valhalla. Es gibt eine zentrale Basis, die du mit gefundenen Ressourcen ausbauen kannst, sowie eine riesige Karte mit unzähligen Zielen. Der Hauptfokus liegt auf Attentatszielen, die du nach und nach ausschalten musst.

Das Missionsdesign ist abwechslungsreich, aber nicht revolutionär. Neben den Hauptquests gibt es zahlreiche Nebenmissionen, Sammelaufgaben und optionale Attentate. Die Levelstruktur ähnelt der von Assassin’s Creed Origins: Feinde und Gebiete haben feste Levelstufen. Das bedeutet, dass du bestimmte Gegner erst später besiegen kannst, wenn dein Charakter stark genug ist.

Das kann frustrierend sein. Stell dir vor, du planst ein Attentat, doch sobald du beim Boss ankommst, merkst du, dass er dich mit einem einzigen Schlag erledigt, weil du unterlevelt bist. Das kann die Immersion brechen und fühlt sich manchmal künstlich an.

Das Kampfsystem – stark, aber nicht perfekt

Das Kampfsystem baut auf dem Parry-lastigen Stil von Valhalla auf, wirkt aber noch geschmeidiger. In den ersten Stunden sind die Kämpfe taktisch und herausfordernd: Du musst Angriffe abwarten, ausweichen und im richtigen Moment zuschlagen.

Später schaltest du mächtige Fähigkeiten frei, die Yasuke und Naoe deutlich stärker machen. Besonders Yasuke entwickelt sich zu einer unaufhaltsamen Kampfmaschine, während Naoe sich in einen lautlosen Killer verwandelt.

Das große Problem: Auf lange Sicht fehlt es an Abwechslung. Wenn du die Angriffsmuster der Gegner erst einmal durchschaut hast, werden viele Kämpfe zur Routine. Das ist schade, denn die Inszenierung der Kämpfe – inklusive brutaler Finisher – ist eigentlich hervorragend.

Technik & Sound – Ein audiovisuelles Highlight

Ubisoft hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Während Valhalla zum Release noch mit vielen Bugs zu kämpfen hatte, läuft Shadows auf der PS5 sauber und stabil. Der Performance-Modus bietet 60 FPS, und abgesehen von kleineren Framerate-Drops gibt es kaum technische Probleme.

Ein besonderes Lob verdient der Soundtrack. Die Musik von Shadows ist vielseitig und geht über das hinaus, was man erwarten würde. Neben klassischen japanischen Klängen gibt es elektronische Elemente, düstere Kampfmusik und sogar afrikanische Gesänge, die Yasukes Herkunft unterstreichen.

Fazit zu Assassin’s Creed Shadows

Assassin’s Creed Shadows ist eine der stärksten Open-World-Erfahrungen der Reihe. Die Story überzeugt, die Charaktere sind spannend, und die Welt fühlt sich lebendig an. Das Stealth-Gameplay ist besser als je zuvor, und die Jahreszeiten verleihen der Welt eine besondere Atmosphäre.

Schwächen gibt es trotzdem: Das Levelsystem kann frustrierend sein, das Kampfsystem wird mit der Zeit etwas repetitiv, und die Jahreszeiten hätten spielerisch mehr Einfluss haben können.

Wer mit Odyssey oder Valhalla Spaß hatte, wird hier eine der besten Open-World-Erfahrungen der Reihe finden. Und wer auf ein Assassin’s Creed im feudalen Japan gewartet hat, kann endlich in seine Shinobi-Robe schlüpfen – und sich auf ein episches Abenteuer freuen.

Assassin’s Creed Shadows

Genre

Action Adventure

Entwickler

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

Release

20.03.2025

BEWERTUNG
Pro
Zwei spielbare Protagonisten mit unterschiedlichen Stilen
Dynamische Jahreszeiten und beeindruckende Open World
Bestes Stealth-Gameplay der Reihe
Kontra
Frustrierendes Levelsystem mit Einschränkungen
Kämpfe werden mit der Zeit repetitiv
Jahreszeiten haben kaum Einfluss auf das Gameplay
9

Exzellent

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Vielen Dank an Ubisoft für die Zusendung des Reviewcodes.

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